Wir schließen! Alles muss raus!

Unmittelbare Tschernobylassoziationen beim Durchqueren dieser Einkaufsstraße, die außer leeren Gebäuden nur Graffitis zu bieten hat. Klar, ist ja auch Samstag, 16 Uhr. Stoßzeit gibt es an diesem Ort schon lange nicht mehr.
Früher. Ja, Früher. Da war noch Usus, als sich die einzige Prominenz der Stadt an warmen Tagen zum Eisessen hier unter das einkaufswillige Volk mischte.

Der Ort, an denen man Samstag 25 Minuten Aufenthalt genießt hat, weil man auf Busse angewiesen ist, die nicht kommen, die einen dort aussteigen lassen, wo man nicht hinwill, aber muss, weil es der nächste Fleck ist, von dem aus man laufen könnte.
Politischer Handlungsbedarf, um Menschen in die Innenstadt zu locken? Mitnichten.
Wer hier mit 18 nicht wegzieht, wird eh schwanger und an den Ort gebunden. Oder drogenabhängig und an den Ort gebunden.
Ein Dämon, der alles Leben aufsaugt und speichert.

Diese Stadt ist der Luftschutzbunker, in dem Bösewichte ihre Geißeln halten. Und das Stockholmsyndrom gibt niemandem von ihnen Chance, das zu erkennen.
Es macht ein wenig traurig, dass all das das ist, was wir alle einmal waren.

Ein Appell, dass wir alle etwas ändern könnten, wie ist es, wäre angebracht. Steht ihr mit mir auf, all die, die das sinkende Schiff verlassen haben?