Das Restaurant, BEZIEHUNGSWEISE seine Angestellten
Zu so einem Kellner baut man schon eine komische Bindung auf.
Selbst in einem fremden Land, wo eine Sprache gesprochen wird, die man so gut wie garnicht beherrscht, geschweige denn versteht - scheint es, als wär für eine knappe Stunde sein bester Freunde, vorrausgesetzt, man erwischt einen netten Ober, denn Arschlöcher gibts immer und überall- aber bei einer netten Bedienung, verhält es sich wie mit einer guten Freundschaft. Ein, schon fast, beleidigter Gesichtsausdruck, wenn man statt einem Espresso die Rechnung bestellt, das Lächeln, wenn man noch was trinken mag - all das fehlt in vielen Freundschaften, in denen man mehr Wert auf Taten oder Nichttaten als auf Charakter, Menschlichkeit, Person oder eben den Freund an sich sieht.
Nahezu perfekt kennt man eine Person, deren Name dir so unbekannt und egal ist, wie seine Herkunft oder dem Ziel. Nach einer Stunde und 2€ Trinkgeld trennt man sich auf ewig, und keinem von beiden macht genau das auch nur irgendetwas aus, aber beim nächsten Treffen freut man sich.
Fast wie eine Freundschaft eben, nur ohne Freundschaft.
