strickleiter.net

30. Juni 2008

Ein Lanzenbruch für die frische Luft

Eintrag aus dem Urlaubstagebuch
(Hooksiel 28.6.-12.7.)

Oh du schöner Duft von Rebellion.ö
Jugend, Vergangenheit, Farbe. Schlüssig, oder?

Was ich liebe ist vermutlich höchst ungesund. Verlockung. Versuchung.
Ich gestehe: Mein Paradiesapfel ist Grafittisprühfarbe. Nicht der benebelden Wirkung der Lösungsmittel wegen; Benzin und Kaffee. Nicht mehr als wertloses Methadon. Grün, Blau, Rot? Ich bin dabei.

Düfte schaffen, was sonst nur Musik kann. Schlüssel und Tür zugleich.
Erlaubt ist, was Spaß macht. Anders als Nussjoghurts, die niemals eine Haselnuss sehen oder erahnen durften. What you smell is what you get.
Gerüche lassen sich nicht manipulieren, nicht übertragen.
Ein unbestechliches Medium. Ich bin Fan.
Waschmittel dagegen sind Fake - Seifen sind Fake.
Dürfte, die Nasen stopfe sind faker als fake.

Und wenn ich an “bösen” Jugendlichen vorbeigehe, die Viva Che Gewara (sic!) und ein eingekreistes A an den Bahnhof schmieren, bedauer ich, immer viel zu ängstlich gewesen sein, Kultur, Kunst und Genuss auf einen Nenner zu brigen. Aber ich konnte eh nie malen. Dafür schmierte ich meine Tür voll und hatte den Sprayduft wochenlang im Zimmer.


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