strickleiter.net

4. Dezember 2008

Bratwurstautobahn

Man könnte Menschen, die eine Web-TV-Community mit dem Namen “Bratwurst.TV” starten, in der Menschen bei der Herstellung und dem Verkauf von Bratwürsten gefilmt werden schon einen gewissen Dachschaden attestieren.

Nur reicht dieses milde Urteil auch noch, wenn die gleiche Person eine Plattform namens “German-Autobahn.tv” (allein der Name…) eröffnet?

Ich glaube nicht.

1. Dezember 2008

Ausgerockt.

Das Ende der Lokalgröße “Skirt Excess” (formally known as MiniRock) ist nah:

Hallo Leute,

neun Jahre haben wir die Bühnen NRWs gerockt, fast 200 Gigs brachten uns sogar bis an den Bodensee. Das war alles nur Dank eurer treuen Unterstützung möglich. Aber,.. alles hat ein Ende…

Am 20.12. spielen wir für Euch ein gigantisches Abschiedskonzert beim X-mas Rock in der Feldmann-Stiftung, Augustastr 108, MH. Bei unserem letzten Gig werden wir uns nochmal richtig ins Zeug legen und Euch mit allen Highlights unseres Repertoires einen unvergesslichen Abend bereiten.

Quelle: Skirt-XS Newsletter

Traurig macht daran nur, dass diese Bands für die Möglichkeit gesorgt hat, in Mülheim Konzerte geben zu können. Eigentlich ist ihnen sogar einiges zu verdanken; Auch wenn nicht jeder der größte Fan ihrer Musik war.

Was für mich als Zeitungsartikel Anfang des Jahrtausends begonnen hat, sollte später der wichtigste Sprung ins kalte Wasser sein;
Minirock haben damals eine CD veröffentlicht - und ich war nie wirklich Fan. Zu komisch. Zu abgedroschen. Zu uninnovativ.

Das war zumindest, was ich - im Anfangsstadium der Adoleszenz und einer damit verbundenen Ablehnung als Mittel zum Zweck - dachte.

Lange hab’ ich (auch durch eigenes Zutun) nichts von der Band gehört, bis ich einige Jahre später auf den Aufkleber an einer Jugendzimmertür gestoßen bin. “Skirt Excess”. “Was ist das denn?” - Die Band hatte sich umbenannt.
Und ich war irgendwie alt genug, um zu verstehen, dass die Jungs ihr eigenes Ding gemacht haben. Und das auch noch eigenständig. Live den Arsch abgespielt; Oder wie sie schreiben: 200 Konzerte haben sie bis zum Bodensee geführt.

Als es dann soweit war, dass ich in einer Band spielte, wurde ich von ihrem Gitarristen Dennis gefragt, ob wir nicht Lust hätten, für sie den Abend zu eröffnen. Hatten wir.
Und das wurde mein erstes - richtiges - Konzert.

Danke dafür.

28. November 2008

It’s gonna get ya!


Quelle: Toonpool // Zeichner: Holtschule

Wie kann das sein? - Also gut; In Zeiten, in denen Downloads endlich in den längst nicht mehr relevanten Charts auftauchen, ist es weniger verwunderlich als vorher, aber dennoch.

Das Modern Talking-Syndrom greift hier Jahr für Jahr stärker um sich denn je; Denn: Wer steht denn bitte dazu diesen Song toll zu finden? Und wer findet ihn wirklich toll?
Jahr für Jahr wird mein Gehörgang aus allen Ecken hiesiger Geschäfte zum Bluten gebracht. Ich weiß ja nicht, wie das ist - aber ich habe die Vermutung, dass WHAM! damals (1984) soviele Exemplare hat pressen lassen (vielleicht war eine Null zuviel auf dem Auftrag?), dass es klüger ist, jährlich die PR-Maschinerei anzuschmeißen und Airplays zu kaufen, um eine Pseudo-Tradition zu erschaffen, als die (vielleicht) 900000 Singles einstampfen zu lassen. Toll!

20. November 2008

Königsbeere

Die neue Popstarsband heißt Queensberry.

Diese Information habe ich jetzt seit einigen Tagen - und weil ich das eigentlich als sehr unwichtig empfand, schrieb ich darüber nicht. Auch habe ich erfahren können, wer die, von der Jury beschlossenen, ersten drei Mitglieder sind. Nur sollte ich darüber nicht schreiben, sonst wird meine Seite noch eliminiert, wie es mit jener geschah, die darüber geschrieben hat.

Maulkörbe scheinen wichtiger denn je zu sein. Schade.

PS: Natürlich handelt es sich nur um eine Annahme, dass die Seite “eliminiert” wurde; Alles was ich weiß ist: Heute morgen war sie erreichbar und jetzt gibt es 404 und 500-Server Errors - und das, kurz nachdem spannende Informationen zugänglich waren.

Kraftwerk führen eigenes Werk ad absurdum

Sabrina Seltur hat 1999 einen Song veröffentlicht mit dem Namen “Mit mir” - den “Beat” (neudeutsch für Hintergrundmusik) hat Moses Pelham produziert - und dabei der Band ein Denkmal setzen wollen, von der er großer Fan ist. Kraftwerk.

Er verwendete ein zweisekündiges Sample aus ihrem Song “Metall auf Metall” - und genau das könnte jetzt teuer werden.

Denn: Kraftwerk sehen eine solche Versamplisierung ihrer Musik nicht als Hommage, sondern als Diebstahl - ihren Einfluss nicht als Einfluss, sondern als ein innovatives, für sich stehen Musikkonzept. Das haben sie zwar so nicht gesagt, lässt sich für mich aber zwischen den Zeilen hervorkramen.
Dass Kraftwerk inzwischen aber nur noch “diese Elektropioniere” von damals sind, könnte einen nicht maßgeblichen Anteil daran haben, dass sie jetzt versuchen, die Schlagzeilen zu beherrschen.

Moses Pelham, der u.a. dadurch berühmt wurde, Stefan Raabs Nase zu brechen, sagte einmal (bevor Kraftwerk ihn verklagten):

Es kam mir überhaupt nicht in denn Sinn, das einzig Vernünftige zu tun, nämlich den Hörer in die Hand zu nehmen und mit den Menschen zu sprechen, ihnen zu erklären, dass ich sie ganz bestimmt nicht bestehlen wollte, sondern, dass das was ich da mache Kunst ist, und ich übrigens ziemlicher Fan bin.

Quelle: taz

Ein Irrtum. Kunst ist keine Kunst mehr, wenn sie inspiriert ist - so sehen es die Kraftwerke zumindest.

19. November 2008

Jemand der PeterLicht nicht kennt, ist nicht so gut dran, wie einer, der PeterLicht kennt.

So ein tolles Album. Genial für den Winter… grandios!

Liebe.

Der Mann ohne Gesicht macht soo gute Musik!

13. November 2008

Zitat des Tages (4)

besser: Zitate des Tages:

“Wissen Sie, man kann auch gegen Ich & Ich oder Silbermond schreiben, aber je älter ich werde, umso mehr gelange ich zu der Einsicht: Wenn sich 20 000 Leute freuen und sich nicht auf die Schnauze hauen, kann es im Kern nicht schlecht sein.”

Meine Mutter ist für manchen Spruch gut. Als ich Teenager war und sie sich Sorgen machte, weil ihr Junge merkwürdige Musik hörte und aus seinem Heimatstädtchen in Niedersachsen nach Hamburg fuhr, um merkwürdige Konzerte zu besuchen, prophezeite sie: »Eines Tages finde ich dich in der Bahnhofstoilette mit ’nem Joint im Arm.«

“Aber es ist halt immer so: Wenn jemand vor 500 Menschen das schönste Gedicht der Welt vorliest und jemand schreit „Guck mal, dahinten scheißt jemand in die Ecke“, dann werden sich 499 Menschen umdrehen.”

“Das nächste Lied ist gegen 1000 Robota! Ich kann das Geld eurer Eltern bis hierher riechen! In drei Jahren kennt euch eh keiner mehr…”

(Thees Uhlmann)

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