Eintrag aus dem Urlaubstagebuch
(Hooksiel 28.6.-12.7.)
Ich denke an durchzechte und um die Ohren geschlagene Nächte. Tage,
die zu Nächten wurden.
Viel schlechter oder gar kein Schlaf.
…An bunte Augen, Gehversuche als Remixer, Räucherstäbchen, Pierre
und den irish Pub.
Scheiße, Zeiten der Trauer waren die Schönsten.
Alles war so neu, unbekannt.
Ich denke an Menschen, denen Unrecht getan und singapurische
CD-Händler.
Ich denke an Deja-Vus und daran, wie ich genau diese Phase noch
einmal durchleben musste. Durfte. Konnte.
Ich denke an Fruit’n Yoghurt, Wasserspielereien und Philosophentexte
am Ruhrpark.
Ich denke an Anfang des Jahres, als sie meinen Platz, den
Viktoriaplatz, dem Erdboden gleich machte. Vergangenheit wurde
zerstört. Wer nicht mit der Zeit geht, geht gegen sie.
Ich liebe Veränderung und bin gegen den Alltag.
Aber ich hasse das stets Moderne, Kühle.
Ich denke daran, dass ich immer einen dieser Sätze zu meinen Grundsätzen aufgenommen habe. Wieso freuen, dass es da war, wenn’s vorbei ist? Ein Jammer, dass mein Über-Ich und mein Es nicht koordinieren wollen. Oder können.
Ich denke daran, wie meine Bastion des Glücks letztes Jahr April vor einem kleinen, einsamen Scheißer zunichte gemacht wurde.
Ich werde Verfolgt.
Der Verfolger ist Ich.
…er hat das alles schon gesehen.
Ich denke daran, dass ich glücklich sein sollte. Und bin.
Dass alles besser ist, denn je. Doch wo ist der Kontrast?